Für Züchterinnen und Züchter
Für Fotos auf Verkaufsseiten, in Inseraten und in sozialen Netzwerken gilt eine Regel, die kaum jemand kennt — und die leicht einzuhalten ist, wenn man sie kennt.
Der Abend, an dem die Seite entsteht
Das Tierschutzgesetz regelt nicht nur die Zucht, sondern auch das Zeigen. Drei Absätze stehen dabei nebeneinander, und der dritte ist der, den die eigene Website betrifft.
Tiere mit Qualzuchtsymptomen oder äußerlich erkennbaren Qualzuchtmerkmalen dürfen nicht ausgestellt oder präsentiert werden. Dasselbe gilt für Tiere, die nach dem 1. Jänner 2008 geboren wurden und an denen in Österreich verbotene Eingriffe vorgenommen wurden. Und: Bei der Abbildung von Tieren zu Werbezwecken dürfen diese keine Qualzuchtsymptome, keine äußerlich erkennbaren Qualzuchtmerkmale und keine erkennbaren verbotenen Eingriffe aufweisen.
Eine Züchter-Website wirbt. Ein Verkaufsinserat wirbt. Ein Beitrag, unter dem Welpen angeboten werden, wirbt ebenfalls. Man muss nichts verkaufen wollen, damit ein Bild unter diese Bestimmung fällt — es genügt der Zusammenhang.
Betroffen sind also nicht nur Fotos der eigenen Zuchttiere, sondern auch das Bild des fremden Deckrüden, das Foto aus dem Wurfkisten-Beitrag von vor sechs Jahren und das geteilte Bild eines Welpenkäufers.
Vor dem Hochladen
Der zitierte Absatz knüpft ausdrücklich an Werbezwecke an. Ein Bild, das in einem erklärenden Zusammenhang zeigt, worum es geht, ist keine Werbung für den gezeigten Typ, sondern das Gegenteil.
Für die eigene Seite hilft diese Unterscheidung trotzdem wenig: Eine Züchter-Website stellt Tiere vor und wirbt dabei für die eigene Zucht. Im Zweifel gilt die strengere Auslegung — und die Frage erübrigt sich ohnehin, wenn die eigenen Tiere die Merkmale nicht zeigen.
So darf es aussehen
Er führt nicht über die Bildauswahl, sondern über die Tiere. Wer nach einem Präventionsprogramm züchtet, hat auf seinen Fotos keine Tiere mit den Merkmalen, um die es geht — es gibt schlicht nichts wegzulassen.
Wer nichts verstecken muss, muss auch nicht aussortieren.
ZEUS ist ein Qualzucht-Präventionsprogramm für Züchterinnen und Züchter, mit einem Basisprogramm und rassespezifischen Teilen. Die Bestimmungen zum Zeigen und die zur Zucht hängen zusammen: Sie beschreiben dasselbe Ziel aus zwei Richtungen. Wer die eine erfüllt, erfüllt die andere nebenbei.
Und es gibt einen zweiten Gewinn für die eigene Darstellung: Statt zu behaupten, dass untersucht wurde, kann man es zeigen. Zu jedem Welpen gehört ein Zertifikat, das sich mit dem Kontrollcode prüfen lässt — von jedem Interessenten selbst, ohne dass Sie etwas hochladen müssen.